Neue Eindrücke vom Brand in Ludwigshafen
27. Februar 2008 | Von Abdulgani Engin Karahan | Kategorie: GesellschaftZum Wochenende konnte ich nun endlich nach Ludwigshafen fahren. Es war das erste Mal seit dem schrecklichen Brand vom 4. Februar. Die Straßen vor der Brandruine sind immer noch gesperrt. Am Zaun davor finden sich viele Kerzen, Teddybären und auch Briefe und Plakate. Die Briefe und Plakate stammen von Kindern - sie sind gezeichnet von Trauer und Mitgefühl. Und das große “Warum?” steht noch am Zaun, unbeantwortet. Die Ermittlungen gehen immer noch weiter, konkrete Ergebnisse soll es immer noch nicht geben. Ich habe vor Ort einige Bilder gemacht, die ich hier gerne mit meinen Lesern teilen will.
Wie ein Mahnmal steht die Ruine, mitten im Stadtzentrum von Ludwigshafen. Gleich gegenüber der Ruine steht das Ludwigshafener Rathaus.
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Am Zaun vor der Ruine sind Gedenkbriefe, viele davon stammen von Kindern.
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Aber auch Wut war am Zaun zu finden. Klar, Wut ist emotional, sie verdrängt am meisten die Rationalität, diese “Karikatur” gibt aber wohl die Gefühlslage von vielen Türken wieder.
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Alle Bilder können Sie hier finden:





Und? Noch offen für ein Ergebnis, das keine Brandstiftung als Inhalt hat? Gibt’s auch ‘ne Entschuldigung für vorschnelle Verurteilung, falls es Missachtung der Brandschutzvorschriften war? Oder sind’ sowieso die Deutschen gewesen, falls sich das wirklich nicht mehr klären lässt?
Was heißt hier offen, ich bete schon seit dem ersten Tag dafür, dass es keine Brandstiftung ist. Kein anderes Ergebnis wäre mir lieber. Wüsste auch nicht, dass ich jemanden beschuldigt hätte.
Schön das zu lesen. Du beschwerst dich hier in einem anderen Beitrag zu dem Thema über das aus deiner Sicht falsche Verhalten von Frau Merkel, deshalb dreh ich den Spieß mal um. Die erste Reaktion der türkischen Regierung, der türkischen Medien und auch vieler türkischer Verbände hier war die Unterstellung eines Brandanschlags durch Deutsche. An der Darstellung hat sich bis heute nichts geändert, selbst die von vornherein nicht sehr glaubwürdige und inzwischen durch die Ermittlungsergebnisse kaum noch haltbare Aussage der beiden Kinder wird vielfach immer noch als Vertuschung interpretiert. Jetzt heißt es zwar vielfach wie bei dir “Ergebnis liegt noch nicht vor”, was sich neutral anhört, die Art der Berichterstattung, auch deiner, sagt aber leider “so lange der Unschuldsbeweis nicht erbracht wird, seid ihr schuldig”.
Ich will dir und anderen nicht unterstellen, dass dies tatsächlich so ist, aber es kommt eben bei vielen Deutschen genau so an. Deshalb mal konkret die Frage: wenn von islamisch-türkischer Seite mehr Sensibilität von deutscher Seite gefordert wird, ist es dann im Gegenzug nicht auch angebracht, mal über die Wirkung der eigenen Handlungsweisen auf deutscher Seite nachzudenken? Mit einer Einbahnstraße kommen wir nicht weiter. Mit typisch weiblichem Verhalten - erwarten, dass die Gegenseite selbst drauf kommt, was nicht passt, und schmollen, wenn das nicht passiert - auch nicht.
Zum Brand selbst ist zu sagen, dass zwar das fatale Vorbild “Solingen” existiert, es sich in der Realtität aber nach Polizeiberichten, die dann aber nach ersten Verdächtigungen von Ausländerfeindlichkeit meist höflich verschwiegen werden, in den meisten Fällen von Gewalt um innerausländische Vendettas ohne deutsche Beteiligung handelt. Das geht ebenfalls bis zu Brandanschlägen mit Toten (Kiel). Trotzdem es sowas gibt, wird das in diesem Fall als dritte Alternative gar nicht erst in Betracht gezogen. Warum nicht?
PS. Du registrierst hoffentlich, ich stelle die deutsche Sichtweise dar und stelle Fragen. Ich gehe davon aus, dass beide Seiten deutlich zu wenig voneinander wissen, und das lässt sich nur durch Diskussionen lösen. Was rauskommt, müssen wir halt abwarten.
Kleine Ergänzung zu den möglichen Ursachen.
…mit der Brandstifter-Hypothese, auch jener über geistige Anstifter, ist ja nun glücklicherweise nichts geworden.
Die Hetze, welche ich vor Ort von türkischer Seite erlben durfte, war entlarvender, als jede Verdächtigung von Türken und deutscher Antifa.
Eine Entschuldigung der Türken gegenüber uns Menschen aus Ludwigshafen und Mannheim wäre angebracht, dabei bitte in der gleichen Lautstärke, mit welcher die türkische Hetze betrieben worden ist.
Messer, Schere, Licht sind für kleine Kinder nichts!
Nachdem inzwischen klar ist, daß der türkische Vermieter das Haus nicht in sicherheitsgemäßem Zustand erhalten hat, wäre es an der Zeit für Ermittlungen gegen den Vermieter, ob dieser sich an den Mietern des Hauses schuldig gemacht hat.
Davon hört man aber nichts. Warum?
@ Ogdan: aus zwei Gründen:
a) Ist vermutlich die Beweislage äußerst dürftig, zumal auch die Mieter offensichtlich Sachen gelagert haben, die da nicht unbedingt hingehören. Das deutsche Recht ist da etwas zurückhaltend: wenn nicht einwandfrei ein unmittelbares Verschulden nachgewiesen werden kann oder die Leute sich gegenseitig die Schuld zuschieben können, kommt allenfalls ein Bußgeld wegen einer Ordnungswidrigkeit raus, aber keine Verurteilung.
b) Ist so was weder für die deutschen noch für die türkischen Medien auflagensteigernd. Wahrscheinlich darfst du solche Meldungen auf Seite 42 zwischen Gebrauchtwagenverlauf und Bekanntschaften suchen.