Migrantenblogs auf Jurblog.de

Der Kollege Ekrem Senol lädt heute auf Jurblog.de zu einer Blog-Parade von Migrantenblogs ein. Die Idee einer Blog-Parade ist nicht neu. Dabei werden entweder Blogs oder Beiträge zu einem bestimmten Thema vorgestellt. Ekrem will mit seiner Blog-Parade den Fokus auf Migrantenblogs legen.

Die Parade soll bis zum 30. April dauern. Als Aufnahme-Kriterium nennt Jurblog.de folgendes:

Unter Migrantenblogs verstehe solche Blogs, die von einem Migranten mit Inhalten (Content) gefüttert werden. Es reicht nicht, dass ein Migrant sich um den technischen Background kümmert. Es muss sich also um Blogs handeln, deren Texte u. a. von einem oder mehreren Migranten entstammen.

Unter Migranten verstehe ich alle Blogbetreiber, die nicht-deutschstämmig sind. Sie können sowohl deutsche als auch ausländische Staatsangehörige sein, eine doppelte oder dreifache Staatsbürgerschaft besitzen etc. Der Wohnsitz des Bloggers sollte zumindest in Deutschland sein oder er sollte mal in Deutschland gelebt haben, also auch Ex-Migranten.

Die Blogsprache muss deutsch sein. Einzelne Artikel in anderen Sprachen sind dagegen unerheblich. Blogs die hauptsächlich nicht in deutscher Sprache geführt werden, bleiben unberücksichtigt.

Es gibt keine Beschränkung bezüglich der Themen der Migrantenblogs. Es ist vollkommen egal, ob der Blogger über Fussball oder Integration berichtet.

Ebenfalls unberücksichtigt gelassen werden Blog-Leichen. Das sind Blogs, die seit längerem (mehrere Monate) nicht mehr aktualisiert werden.

Teilnehmen dürfen alle Leser und Blogger, die zumindest ein Migrantenblog kennen und bereit sind, es mit uns zu teilen.

Auf das Ergebnis bin ich schon einmal gespannt.

Vielleicht kann man hier ja auch noch mal auf den Muslim-Blog-Karneval hinweisen, ein ähnliches Projekt, wo es aber nicht um Migrantenblogs ging, sondern um Blogs zum Thema Islam. Leider ist der Muslimkarneval seit langem eingeschlafen und wartet wohl auf jemanden, der sich der Sache annimmt und genug Zeit und Geduld mitbringt, um Beiträge für den nächsten Karneval zu sammeln und auszuwerten.

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7 Kommentare
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  1. Äähh … hättest du mal ein Beispiel für eine Dreifachstaatsbürgerschaft? Tät mich schon mal interessieren.

  2. :) Den Bereich hab ich ja nur zitiert. Aber so wie ich Ekrem kenne, soll das wohl nur ein Scherz sein. Aber theoretisch ist es schon denkbar: Ein Kind kommt in einem Land zur Welt, in dem ius soli gilt, die Eltern stammen jeweils aus Ländern, in denen uneingeschränkt das ius sanguinis gilt. Gebe insgesamt drei Staatsbürgerschaften. Zwei über die Eltern, eine über die Geburt.

    Hmm, wenn ich das jetzt bedenke, könnte Ekrem es auch ernst gemeint haben ;)

  3. Schöner blog! ;-)

    Hat er sicher ernst gemeint. Wird es wohl öfter geben. Beispiel: In Deutschland heiratet ein Türke eine Deutsche. Die Kinder haben sowohl die deutsche als auch die türkische Staatsangehörigkeit. Eines von ihnen heiratet z.B. einen Syrer. Die Kinder haben drei Staatsangehörigkeiten (kann bei manchen Staaten anders sein, aber ich denke, bei diesen dreien stimmt es).

  4. Danke Anne für den Besuch. Falls du auf Design-Ähnlichkeiten mit dem Blog eines Kollegen anspielen willst, ich hatte das Design zuerst ;).

    Ja, bin mittlerweile auch der Meinung, dass er es ernst gemeint haben muss. Du lieferst ja auch das richtige Beispiel dazu.

  5. Nein, war keine Anspielung und gemeint war nur, dass ich noch nicht wusste, dass du auch einen blog hast.

  6. Also, so richtig lustig kann ich mir mehrfache Staatsbürgerschaften eigentlich nicht vorstellen. Immerhin ist die Gefahr recht groß, dass jeder Staat auf Einhaltung der Pflichten besteht, in der Gewährung der Rechte dann aber recht zurückhaltend ist, weil die anderen ja auch noch da sind. Ich habe in der Vergangenheit mal gehört, dass das gerade für Türken unangenehm werden kann, indem sie beim nächsten Aufenthalt in der Türkei kurzerhand in die Armee gesteckt werden (ob das immer noch so ist, weiß ich allerdings nicht). Und für den Einzelnen führt das unter Umständen schnell zu Loyalitätsproblemen. Beispielsweise ist sich die deutsche Politik mit der syrischen ja nun nicht gerade einig. Was also, wenn beispielsweise ein Deutsch-Syrer in der Bundeswehr zu Diensten an Stellen eingeteilt wird, die Syrien als feindlich empfindet? Befehlsverweigerung und Knast hier oder Vaterlandsverrat und Knast dort?

  7. Nachtrag: ich habe neulich einen Albaner kennen gelernt, der den albanische Pass im Tausch gegen den deutschen abgeben musste (was ihm aber weder leid tut noch ihn davon abhält, häufiger in Albanien zu sein). Auf ein paar Vietnamesen aus meinem Bekanntenkreis trifft das auch zu. Persönlich finde ich dass schon richtig, dass man irgendwann Farbe bekennen muss, welches Land denn nun die Heimat ist.

    Gerade hier geborene oder aufgewachsene Ausländer sollten sich das meiner Meinung nach überlegen, ob sie nicht die deutsche Staatsbürgerschaft annehmen. Mal Urlaub in der “alten Heimat” zu machen, ist ja ganz schön, aber ständig dort leben zu müssen zeigt wahrscheinlich sehr vielen, dass sie dort bei allen Problemen, die sie hier möglichweise haben, dort noch viel weniger zu Hause sind. Ich mag vielleicht etwas naiv sein, aber ich meine, dass eine Identifizierung mit einem Land durch Annahme der Staatsbürgerschaft auch die Gefahr der selbstverursachten Ausgrenzung deutlich verringert.

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