Aschura - Tag der Freude oder doch Tag des Leids
10. Mai 2006 | Von Abdulgani Engin Karahan | Kategorie: Islam und TheologieDer zehnte Tag des Monats Muharrem hat auf die eine oder andere Art eine besondere Stellung im Leben der Muslime. Die Benennung dieses Tages mit Aschura geht auf das arabische Wort für zehn, ‘aschr’ zurück. Aschura hat seit dem Propheten Nuh (Noah)(as) eine besondere Stellung.
Der Tag wird als derjenige überliefert, an dem Noahs Arche auf den Berg Dschudi auflief. Daran erinnern soll z.B. die Aschura-Speise, die heutzutage in Ländern wie der Türkei zur Gepflogenheit für diesen Tag geworden ist. Außerdem soll der Prophet Ibrahim (as) an diesem Tag geboren, und Moses soll mit den Söhne Israels an diesem Tag der Unterdrückung des Pharaos entkommen sein.
Nach der Überlieferung von Aischa (ra) und Abdullah bin Ömer (ra) wurde am Aschura-Tag schon zur Zeit der Dschahiliyya gefastet. Die Mekkaner fasteten an diesem Tag, zum Gedenken an den Erbauer der Kaaba, Abraham (as), den selbst diese noch als ihren Stammvater ansahen. Auch Juden fasteten an diesem Tag zur Feier der Befreiung der Beni Israil aus der Gefangenschaft.
Aischa (ra) überliefert: “Aschura war ein Tag an dem Kureysch in der Dschahiliyya-Zeit fastete. Dies wurde auch vom Propheten überliefert. Nach der Hidschra, seiner Ausreise nach Medina, fastete er auch ein zweimal an diesem Tag und gebot es auch seinen Gefährten. Nachdem aber das Ramadan-Fasten befohlen wurde, hörte er auf an diesem Tag zu fasten, von den Muslimen fastete ein Teil weiterhin an diesem Tag weiter, der andre Teil nicht.” (Buchari, Savm, 69; Musnad, VI, 29-30)
In der ähnlichen Überlieferung von Abdullah ibni Ömer (ra) heißt es: “Aschura war ein Tag, an dem die Dschahiliyya gefastet haben. Nachdem das Ramadan-Fasten den Muslimen auferlegt wurde, befragten sie Allahs Gesandten über Aschura, worauf dieser sagte: ‘Aschura ist ein Tag Allahs, wer will soll an diesem Tag fasten, wer es nicht will, soll es lassen.’” (Müsned, II, 57, 143)
Der Prophet hatte vor seiner Prophetie an diesem Tag gefastet, nach dem er den Prophetenauftrag erhielt, hörte er bis zum Auszug nach Medina damit auf, wo er diesem jedoch bis zum Gebot des Ramadan-Fastens wieder nachging. Als ein Tag des Feierns wurde dieser Tag jedoch nicht begangen. Das durch authentische Überlieferungen gesicherte ist nur das Fasten an diesem Tag, zur Befolgung der Sunna der vergangenen Propheten.
Doch der Aschura-Tag hat auch einen weiteren Aspekt, einen traurigeren, leidvolleren. Es ist auch der Tag der Ermordung des Prophetenenkels Hüseyin(ra). Der 10. Muharrem des Jahres 61 n.H. ist eines der schwärzesten Tage der islamischen Geschichte. Es ist dieser Tag und der Ort Kerbela, der das Herz eines Muslims mit Gram und Trauer, seine Augen mit Tränen fällt. Es ist mit auch der Grund, warum dieser Tag nicht mit Feiern, nicht mit Freudentänzen verbracht werden kann, der Grund warum dieser Tag kein Tag der Freude sein kann. Der Schmerz der verwelkten Prophetenrose, sitzt tief.
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salam bruder . warum schreibst du auch nicht das wir an diesem tag fasten weil z.B der prophet muhammed s.a.s sagte: wer am diesen tag fastet, den werden in scha allah die ganzen sünden des nächsten jahres vergeben. (natürlich nur die kleinen) außerdem am jaumil aschura hatte auch der prophet musa a.s den pharou mit hilfe allahs besiegt und außerdem fasten diesen tag die schiieten nicht und da die schiiten nicht richtig nach der sunna gehen kann ich mich dieser meinung nicht anschliessen. außerdem solltest du auch noch schreiben wenn man diesen tag fastet soll man vorher oder nacher ein tag fasten ,weil die juden auch diesen tag fasten und weil wir die juden nicht nach ahmen dürfen . bruder ich würde mich freuen wenn du mir zurück schreiben könntest und wir darüber diskutieren konnen. salam
Alaikumselam Bruder Karim,
danke für die Hinweise. Der doch recht kurze Artikel stellt jedoch keine Ansprüche auf Vollständigkeit, was die Hadise zu diesem Thema angeht. Ich denke aber, dass die von mir angeführten Hadise an sich schon genug sein dürften, um auf die Schnelle etwas über den Sinn des Aschura-Fastens zu lesen. Dafür war dieser Artikel, der mittlerweile auch schon einige Jahre auf dem Buckel hat, gedacht.
Ob Schiiten an diesem Tag fasten oder nicht, weiß ich ehrlich gesagt nicht. Ich weiß nur, dass einige alevitische Gruppen in der Türkei am Aschura-Tag fasten.
Abgesehen davon finde ich aber deine Argumentation, naja, etwas gefährlich. Seine religiöse Praxis nur auf die Frage zu stützen, ob etwas von Schiiten gemacht wird oder nicht, führt zwangsläufig früher oder später in die Irre. Der Weg der Erkundung von Allah tealas Willen ist bekannt, aber die Opposition zur Schia ist sicherlich nicht Teil der Adilla-i Scharia.
Abgesehen davon finde ich es etwas abstrus, eine Gruppe zu verurteilen, weil du der Meinung bist, sie würden einem freiwilligen Gottesdienst nicht nachgehen, den auch der Prophet, nachweislich der obigen Hadise, selbst nicht immer gefasstet hat.
Wesselam
Abdulgani